Realschüler laufen für Kinder in Simbabwe

Vierter Spendenlauf als Hilfe für Aids-Waisen -
13 000 Euro für den Bau einer Schule

Sie sind alle miteinander 2657 Kilometer an einem Schulvormittag gelaufen, die Schülerinnen und Schüler der Maria Ward Realschule in Neuhaus, und das keineswegs nur aus sportlichem Ehrgeiz: Es ging darum, durch den Lauf Spenden zu sammeln für Kinder und Jugendliche in Simbabwe, damit dort eine Schule gebaut werden kann. Bereits zum vierten Mal gab es einen Spendenlauf für Afrika an der Neuhauser Realschule, um dadurch die Verbindung zu festigen, die einst durch Schwester Ortrudis Maier CJ geschlagen worden war. Schwester Ortrudis, bis zu ihrem plötzlichen Tod im Frühjahr 2009 Oberin im Kloster der Congregatio Jesu („Englische Fräulein“) in Neuhaus, hatte viele Jahre in Simbabwe gelebt und dort in Amaveni ein Heim und eine Schule vor allem für jugendliche Aids-Waisen geschaffen. Sie starb in Simbabwe und ist dort begraben, ihr Lebenswerk wird jedoch weitergeführt von einheimischen afrikanischen Schwestern der Congregatio Jesu, die durch viele Spenden aus Deutschland unterstützt werden.

Der „Freundeskreis Simbabwe“ entstand an der Realschule in Neuhaus, in Erinnerung an Schwester Ortrudis den Kindern und Jugendlichen in Amaveni in Simbabwe durch gute Erziehung und Bildung eine sichere Zukunft zu geben. Schwester Gonzaga Wennmacher CJ, die derzeit die Spenden für Simbabwe verwaltet und weiterleitet, hatte wenige Tage vor dem Lauf in Neuhaus geschrieben, dass derzeit in Amaveni der Bau der „Mary Ward Secondary School“ geplant ist, damit auch die jüngeren Kinder in absehbarer Zeit eine Schule besuchen können. Ein momentan zu finanzierender zweiter Bauabschnitt für die Schule kostet 400 000 Euro, und dafür erhofft sie viele Spenden auch aus Deutschland.

Neben den vielen Spenden, die während des Jahres über die Realschule und die Zentrale des Ordens in München unmittelbar an die Maria-Ward-Schwestern in Simbabwe weitergegeben werden, ist auch der Spendenlauf der Schülerinnen und Schüler in Neuhaus eine wertvolle und wichtige Hilfe. Für jeden gelaufenen Kilometer gab es von den entsprechenden Sponsoren einen vereinbarten Geldbetrag.

Die Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe, aber auch einige Lehrerinnen waren mit Begeisterung am Start und sammelten eifrig ihre „Kilometer-Stempel“, die am Ende in den geplanten Geldbetrag umgerechnet wurden. Für viele Läufer war diese Aktion eine besondere Herausforderung zu sportlichen Spitzenleistungen. So lief Martin Hallmann aus der Klasse 10 a an diesem Vormittag 25 Kilometer, Schülersprecher Kevin Harres (10 b) 23 Kilometer und Manuel Neumann (10 a) 22 Kilometer, angespornt von ihrem Lehrer Thomas Tausendpfund. Der trainierte Marathonläufer legte an diesem Tag 50 Kilometer zurück und konnte allein dadurch 810 Euro an Sponsorengeldern einnehmen. Am Ende stand neben der sportlichen Leistung auch der Geldbetrag fest: Rund 13 000 Euro werden nach Simbabwe überwiesen, damit dort ein neues Schulhaus entstehen kann. – wü


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