Grenzen aufzeigen, Vertrauen bilden, Gefahren erkennen

Grenzen aufzeigen, Vertrauen bilden, Gefahren erkennen

Die veränderten Lebensumstände junger Leute in Zeiten der Pandemie haben auch das Sozialverhalten spürbar geprägt. Umso wichtiger ist es auch für die Schulen, neben Lernrückständen und rein schulischen Problemen auch das zwischenmenschliche Verhalten von Kindern und Jugendlichen in den Blick zu nehmen und zu begleiten. „Die Schulung der Zivilcourage und des sozialen Miteinanders müssen wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt werden“, betont Schulleiterin Astrid Schmid an der Maria Ward Realschule in Neuhaus. Darum starteten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen gleich nach den Weihnachtsferien mit „Pack ma’s“, dem Präventionskurs für Zivilcourage „für eine Schule ohne Gewalt“. Dieser Kurs wird in Neuhaus schon seit mehreren Jahren mit Erfolg durchgeführt, denn hier lernen die Jugendlichen spielerisch und gut nachvollziehbar, ihre eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen, sich selbst und andere in Gefahrensituationen zu schützen.

Besonders angesprochen wurde in den Rollenspielen die Frage der Zivilcourage unter jungen Leuten: Wie kann und muss ich helfen, ohne mich und andere zu gefährden? Ein großes Thema war auch Mobbing, der Umgang mit sozialen Medien, aber auch das frühzeitige Erkennen von Bedrohungssituationen und sinnvolles, möglichst gefahrloses Opfer- und Helferverhalten. So wurde beim Spiel „Busfahrt“ sehr anschaulich, wie wichtig bewusstes Hinschauen und möglichst umsichtiges Eingreifen bei Bedrohungen und Angriffen sein können. Deutlich wurde: Helfende sollten unbedingt den nötigen Sicherheitsabstand gegenüber Angreifenden bewahren und Öffentlichkeit herstellen, um das Opfer aus dem Gefahrenbereich herauszubringen. „Halt – nicht mit mir“ zeigte, dass immer auch notwendige Grenzen gegenüber bedrängenden Menschen gezogen werden müssen – auch durch klare Körpersprache und klare „Ansagen“.

Wie leicht Gewalt auch durch Außenstehende gefördert werden, war im Spiel „Arena“ zu erkennen: Kontrahenten mit Schaumstoffschlägern lassen sich leicht zu gegenseitigen Angriffen anfeuern. Ganz anders, aber eigentlich grundlegend für jede Form von Gemeinschaft und gegenseitigem Verständnis war der „Vertrauensfall“: Ein Schüler lässt sich rückwärts in die Arme seiner Klassenkameraden fallen. Grenzen aufzeigen, Vertrauen schaffen, hinschauen und notfalls mit aller Vorsicht eingreifen – es gibt viele Möglichkeiten, soziales Verhalten neu ins Bewusstsein zu rufen, jungen Menschen Wege zu zeigen, wie sie auch in bedrohlichen Situationen gut und sicher handeln können.


« zurück zur Übersicht

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ... mehr erfahren

OK