Figurentheater „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“

Wie geht Demokratie und wie wertvoll ist sie für das menschliche Zusammenleben? Das wurde auf der Bühne im Festsaal der Maria Ward Realschule für die Schülerinnen der Ganztagsklassen 5 g und 6 g durch das Figurentheater „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ im Rahmen der Wochen „Wozu Demokratie“ erlebbar.

Es vermittelte spielerisch, wie schnell Herrschende die Macht an sich reißen können und dazu auch Mitläufer finden. Drei großartige Puppenspieler, Gerti Tröbinger aus St. Georgen a. d. Gusen (OÖ), die aus Estland stammende Andra Taglinger und der in Palermo geborene Manfredi Siragusa spielten die hintergründige Geschichte nach dem Roman von Christine Nöstlinger, die dafür bereits 1973 den Deutschen Jugendliteraturpreis bekam.

Das sehr sorgfältig durchdachte Bühnenbild, drei fahrbare Tische mit Schubladen, ein einfach zusammenzubauendes Puppenhaus, erzeugte in der Fantasie der Zuschauer schnell eine dichte Spannung. Dazu kamen die Puppen, teils einfach mit der Hand gespielt – zwar starr, aber irgendwie doch lebendig: die Familie Hogelmann mit Vater, Mutter und den Kindern Wolfgang, Martina und Nicki, dennoch gegenüber dem Monster „Gurkenkönig“ buchstäblich farblos. So entstand ein deutliches Gegenüber, der Gurkenkönig als der Gewaltherrscher und die längst nicht immer einige Familie, die sich dann auch noch in zwei Lager spaltete: für und gegen den fantastischen Besucher, den Herrscher über die Kumi-Ori, der von seinen Untertanen aus dem Keller vertrieben worden war. Das Volk – im Spiel in Gurkengläsern daheim - wollte keinen Herrscher, der nur an sein eigenes Wohlergehen denkt. Der Gurkenkönig aber kann Vater Hogelmann für sich gewinnen, hat aber nicht mit der Macht der starken Gemeinschaft gerechnet: die Kinder nehmen die Sache auf ihre Weise in die Hand und können den Machthaber in seine Schranken weisen.

Gespannt verfolgten die Schülerinnen und Schüler das Spiel und hatten dann noch viele Fragen an die drei Puppenspieler.


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