Aus dem Kloster wird immer mehr Schule

Der ehemalige Schuldirektor Helmut Schwarz

besuchte das Josefshaus vor dem Abriss

 

von Thomas Buchinger, Julia Geiselberger, Hannah Haselberger, Anna Schreiner und Niklas Seitz

 


Neuhaus/Inn. Helmut Schwarz unterrichtete 36 Jahre an der Maria Ward Realschule Neuhaus am Inn. 1992 wurde er Schulleiter, bis er 2011 in den Ruhestand ging. Er erzählte: „Das sogenannte Josefshaus wurde ca. 1860 erbaut und bereits mehrmals saniert“. Helmut Schwarz erklärte außerdem, dass in dem oberen Bereich früher viele Zimmer für die Klosterschwestern waren, und sich im unteren Bereich eine Hauswirtschaftsschule befand.

Wie aus dem Kloster eine Schule wurde

Auf die Frage, wie aus dem Kloster immer mehr eine Schule wurde, antwortete er: „Zunächst waren im oberen Bereich lauter Zimmer der Klosterschwestern und im unteren Bereich war die Hauswirtschaftsschule.“

In den achtziger Jahren gingen die Schülerzahlen stetig nach unten. Als Helmut Schwarz dann sein Amt im Jahre 1992 antrat, sorgte er dafür, dass immer mehr Schüler hinzu kamen. Gleichzeitig ging die Zahl der Klosterschwestern zurück, die dann im Jahre 2011 endgültig von der Schule gingen.

Der Umbau des Josefshauses

„Die Schülerzahl hat sich erhöht und erhöht, jedes Jahr haben wir mehr Schüler gehabt als im Jahr zuvor und ich war auf der Suche nach Räumen beziehungsweise Klassenzimmern, die ich unbedingt gebraucht habe“, erklärte Helmut Schwarz.

Aus diesem Grund baute er alle Klassenzimmer des Josefshauses um, angefangen mit dem Raum J102 im Jahre 1993. Zum Thema „Das kleinste Klassenzimmer“ erklärte er, dass es zu seiner Zeit noch die jetzige Schulküche war, die allerdings jetzt umgebaut wurde und somit um einiges größer ist. Vor zehn Jahren haben Schüler und Schülerinnen mithilfe der Lehrer und etwas Geld im Zuge eines Projektes das Josefshaus saniert. So suchten die Schüler zum Beispiel Stoffe aus, und nähten diese zu schönen und bunten Vorhängen zusammen. Es wurden außerdem neue Türen und Fenster eingebaut und Regeln aufgestellt, um den Energieverbrauch so niedrig wie nötig zu halten.

Woher stammen die Balken in den Klassenzimmern?

„Die Balken an den Decken die in den meisten Klassenzimmern im Josefshaus zu sehen sind, stammen von Wänden der früheren Zimmer der Klosterschwestern. Die Zimmer waren sehr klein, daher mussten die Wände herausgerissen werden, um mehr Platz zum Lernen zu schaffen“, erklärte uns Helmut Schwarz, „daraus entstanden dann mehrere Klassenzimmer.“ Die Zimmer der Klosterschwestern waren damals so klein, dass darin nur ein Bett, ein Waschbecken und ein kleiner Arbeitstisch Platz fanden. Eines dieser Schwesternzimmer besteht noch, und es befindet sich im dritten Stock des Josefshauses, direkt neben der Treppe, die zum Dachboden führt. Im Dachboden waren früher auch noch Schwesternzimmer, allerdings ist es dort mittlerweile doch sehr unangenehm, da es durch die Wände zieht.

Gefühle zum Abriss

„Also erstens ist dieses Haus nicht denkmalgeschützt, also hat es vom kulturellen her keinen Wert, kann man ruhig sagen. Zum Zweiten ist dieses Haus immer wieder vom Hochwasser angefressen worden“, antwortete Helmut Schwarz, auf die Frage, ob er Gefühle zum Abriss hätte.

Das Josefshaus als Hauswirtschaftschule

Herr Schwarz erzählte am Ende des Interviews noch etwas über das schönste und das schrecklichste Erlebnis während seiner Zeit als Lehrer. Das schrecklichste war, als ein Lehrer eines Tages, der seine Schüler nicht mehr ertrug, dann aus einem Fenster in das damals nebenan stehende Gebäude in das Erdgeschoss floh. Die anderen Lehrer suchten ihn lange, als sie ihn dann fanden, wurde der Lehrer gefeuert. Das schönste Erlebnis war für Helmut Schwarz die Einweihung der damals neuen Klassenzimmer.