Fantasievolles Schattentheater beim Festabend „Zehn Jahre Ganztag“

„Die Ganztagesklasse ist wie eine kleine Familie“, stellen Lukas und Sunita fest. Sie sind in der Klasse 6 d an der Maria Ward Realschule in Neuhaus und besuchen dort den Ganztagesunterricht, der mehr ist als nur Lernen und Wissensvermittlung zu den üblichen Schulstunden. Und dieses Familien-Bewusstsein wurde mehr als deutlich beim kleinen Festabend zum zehnjährigen Bestehen der Ganztagesklassen in Neuhaus. Neben den Sechstklässlern waren auch die Eltern zu diesem Fest gekommen, aber auch Schülerinnen und Schüler der „ersten Stunde“, die damals vor zehn Jahren den Unterricht in der Ganztagesklasse erleben konnten und die sich noch dankbar daran erinnern.

Der Ganztagesunterricht hat sich zur Schule mit „Mehrwert“ entwickelt. Denn natürlich gibt es an den Nachmittagen auch zusätzliche Stunden in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, aber auch extra Sportstunden und zwei Stunden für die Klassenleitung, um den Schülerinnen und Schülern in ganz persönlichen Problemen beistehen zu können, um die Klassengemeinschaft zu fördern und vor allem auch um kleinere und größere Projekte zu entwickeln, die weit über den Unterrichtsstoff hinausgehen.

Schulleiterin Astrid Schmid ist begeisterte Anhängerin des Ganztagsunterrichts. Beim Rückblick auf die zehn Jahre Ganztagesunterricht stellt sie fest: Es gab auch veränderte Arbeitszeiten für die Lehrkräfte, die zu intensiver Teamarbeit gefordert sind und die vor allem auch die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Schüler berücksichtigen müssen, und es gab das intensive Miteinander von Lehrern, Eltern und Kindern. Für die Zukunft wünscht sich die Schulleiterin gute räumliche Ausstattung für diese besondere Form des Unterrichts, zusätzliche pädagogische Betreuer zur Entlastung der Lehrer und noch mehr Zeit und Lehrerstunden für die Kinder. Bereits jetzt gibt es pädagogische Assistenten, die am Nachmittag helfen, Konflikte zu lösen und die Kinder beim Mittagessen und in der Mittagsfreizeit begleiten.

Besonders wichtig sind für die Ganztagsklassen die Projekte, etwa der schon zur festen Einrichtung gewordene Besuch im Wohnstift Innblick, Sporttage oder gemeinsames Kochen. Ein solches groß angelegtes Projekt sollte zum Höhepunkt des Festabends „Zehn Jahre Ganztag“ werden: Konrektorin Michaela Pallor, die mit viel Engagement die ständige Weiterentwicklung des Ganztagesunterrichts, ob räumlich oder vor allem inhaltlich-methodisch voranbringt, hatte mit der Schauspielerin und Puppenspielerin Annika Pilstl ein Schattentheater entwickelt, bei dem die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 d in weniger als zwei Wochen ein fantasievolles Spiel gestalteten und mit viel Spaß am Bühnenerlebnis ihre Erfahrungen in der Schule – vor allem in der starken Ganztagsgemeinschaft – nachzeichneten. Annika Pilstl, selbst einst Schülerin an der Maria Ward Realschule, hatte die Kinder in wenigen Tagen mit ihrer Bühnenleidenschaft angesteckt. So entstanden im zauberhaften Spiel mit Licht und Schatten sehr eindrucksvolle Szenen, die nicht nur von Eltern und Lehrern viel Beifall bekamen, sondern auch Michael Hinfurtner, den Referenten für Ganztagsunterricht an der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für Realschulen von der sehr nachhaltigen, fantasievollen und gemeinschaftsstiftenden Arbeit im Ganztag in Neuhaus begeisterten und überzeugten.


« zurück zur Übersicht