Klassenzimmertheater

Der Sprung in die Freiheit und die Suche nach dem Ich

„Klassenzimmertheater“ des Theaters an der Rott – Überraschungseffekt und Diskussion

Wie können junge Leute, einmal nicht über soziale Medien, auf manchmal versteckte Grundfragen ihres Lebens Antworten finden? Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler des Projekts „Junge Hunde“ am Theater an der Rott in Eggenfelden zeigen es – unmittelbar im Klassenzimmer. An der Maria Ward Realschule spielten sie die Ein-Personen-Stücke „JUMP“ für die 7. Klassen und „Die Eisbärin“ für die 8. Klassen. Immer beginnt das Spiel mit der Überraschung: In eine „normale“ Unterrichtsstunde stürzen die Darsteller der Stücke und beginnen unmittelbar mit ihrem Spiel. Dieser Überraschungseffekt fesselt sofort die Aufmerksamkeit in den Klassen, und schnell spüren die Schülerinnen und Schüler, das all das, was da zur Sprache kommt oder auch schauspielerisch umgesetzt wird, auch in ihrem eigenen Leben vorkommt.

In „JUMP“ geht um Ängste: Daniel (Markus Schiefer) stürzt als verletzter und ängstlicher Fallschirmspringer ins Klassenzimmer und erzählt aus seinem Leben: Angst vor Versagen, auch in der Schule, das Gefühl, nichts wert zu sein, Angst vor den Eltern, die so oft streiten. Aber er springt seiner Angst entgegen, er springt mit Mut in seine Freiheit.

Auch die „Die Eisbärin“ Mona (Danae Mareen) überrascht mit ihrem plötzlichen Auftritt im Klassenzimmer an der Realschule. Sie ist die junge Frau, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist, immer auch der Suche nach möglichst vielen „Likes“ und Followern. Immer mit dem Handy in der Hand auf der Suche nach dem perfekten Beitrag erzählt sie, wie alles angefangen, von Mobbing und dem Zwang, allen gefallen zu wollen. Sie will eine „Marke“ werden – die „Eisbärin“. Am Ende steht sie vor der Frage: „Wer bin ich wirklich?“.

Nach dem Spiel, in dem immer wieder auch die Schülerinnen und Schüler mit einbezogen wurden, gab es, angeleitet durch die Theaterpädagogin Franziska Lohr, angeregte Gespräche, in denen die Jugendlichen auch ihre eigenen Erfahrungen schildern konnten, ihren Umgang mit sozialen Medien, mit Mobbing und – beim „Sprung in die Freiheit“ über den Umgang mit ihren oft unausgesprochenen Ängsten und mit Möglichkeiten, Auswege zu suchen und zu finden.


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