Wohnen im Josefshaus

Klosterschwester Reinfriede zu Besuch im altem Josefshaus


von Michaela Spannagl, Laura Heller

 

 
Neuhaus/Inn. ,,Ich bin schon etwas traurig, dass das Josefshaus abgerissen wird, da ich einige Erinnerungen damit verbinde ‘‘, berichtet Schwester Reinfriede.

Das Josefshaus wurde erbaut. Als es eingeweiht wurde, diente es zunächst als Haushaltsschule. Später dann wurde es auch zum Wohnhaus der Klosterschwestern. Unsere Zeitzeugin Schwester Reinfriede lebte von 1963 – 1995 im Josefshaus. 32 Jahre lang war sie als Gärtnerin im Obst- und Gemüsegarten tätig. Für 350 Leute musste sie täglich das Gemüse herbeibringen.

Im jetzigen Heizungsraum des Josefshauses waren früher die Fußwaschbecken und hinten im Eck eine Dusche.

Einiges gab es auch über den Keller zu berichten, über den Winter wurden dort immer die Eier für die Schulküche ins Wasserglas eingelegt. Im Sommer ist der Keller nicht genutzt worden. Ein nicht so schönes Erlebnis war, als eine Wasserfontäne ausbrach und den Keller bis zur Hälfte der Treppe überschwemmte. Zum Glück war es kein Schmutzwasser, sondern nur Grundwasser.

Vor dem Hochwasser 2013 waren die Räume der derzeitigen Schulküche noch nicht verbunden. Seit Schwester Reinfriede nicht mehr dort wohnt, hat sich einiges verändert. Die Schulküche war bei ihr früher ein großer Schlafraum und ein Klassenzimmer.

Der Platz ist damals eng geworden, da im Schloss 250 Kinder und im Josefshaus 50 Kinder gewohnt haben. Im heutigen Abstellraum hat früher eine Klosterschwester gewohnt, die bei den umliegenden Schlafräumen die Schlafsaalaufsicht übernommen hat.

Auch der Raum J009 hat sich sehr verändert, denn dort, wo jetzt die Tafel ist, hat sich eine Tür befunden. Außerdem war hier früher die Schulküche und der Essensraum.

Der Spindraum wurde während Klosterschwester Reinfriedes Wohnzeit als Waschraum verwendet. Dort, wo die jetzt immer noch vorhandenen Löcher sind, standen die Waschmaschinen und die Schleuder.

Klosterschwester Reinfriede Noggler selbst wohnte alleine in einem kleinen Raum im zweiten Stock, wo sich heute die Jungentoilette befindet. Sie hat uns erzählt, dass die Nische am Fenster bereits bei ihr vorhanden war. Außerdem hat sie ihr Zimmer gerne mit Blumentöpfen geschmückt.

Ein besonders faszinierendes Erlebnis war für die ehemalige Neuhauser Klosterschwester das erste Hochwasser, welches sie dort erlebt hat. Damals haben alle Bewohner mitgeholfen, das Josefshaus vom Wasser und Schlamm zu befreien.