Große Anerkennung für besonnenes Verhalten zweier Realschüler

„Bespielhaft, vorbildlich, besonnen“ – so beschrieb Polizeidirektor Stefan Schillinger, der Leiter der Polizeiinspektion Passau das Verhalten von Lukas Fenzl und Jan Pfisterer. Beide sind Schüler einer 9. Klasse an der Maria Ward Realschule in Neuhaus. Ihrer Aufmerksamkeit und ihrem überlegten Vorgehen ist es zu verdanken, dass es zu keiner strafbaren Handlung kam. Vor einigen Wochen ist den beiden Schülern an der Bushaltestelle der Realschule mehrfach ein Mann aufgefallen, der immer wieder jüngere Schüler ansprach und ihnen Süßigkeiten gab, vor allem auch „offene“, unverpackte Kekse, und der damit Verdacht erregte. Selbstbewusst sprach Lukas Fenzl den Mann an, während Jan Pfisterer mit dem Handy eine sehr aussagekräftige Videoaufnahme machte. Die beiden Schüler informierten die Schulleiterin Astrid Schmid und schickten ihr die Videoaufnahme, die sie unmittelbar an die Polizei in Passau weiterleitete. Hauptkommissar Johann Schanzer, Präventivbeamter bei der Polizeiinspektion Passau übernahm die weiteren Ermittlungen und schaltete auch die Polizei-Kollegen in Schärding ein. Dort war der Mann schnell identifiziert werden.  Er war auch in Österreich bereits durch sein Verhalten mehrfach aufgefallen und hatte einen Termin beim Amtsgericht in Ried. Inzwischen wurde er wegen seiner psychischen Auffälligkeiten in einem psychiatrischen Krankenhaus in Österreich untergebracht.

„Ihr habt unwahrscheinlich gut beobachtet“, stellte Hauptkommissar Schanzer fest, „und euer Verhalten war genau richtig“. Das Vorgehen der beiden Schüler war „wie aus einem Werbefilm für Zivilcourage“. Höflich und sachlich waren sie dem Mann an der Bushaltestelle gegenübergetreten, die von dem Verdächtigen nicht bemerkte Videoaufnahme war so aussagestark, dass er nach eineinhalb Stunden identifiziert werden konnte. Auch das Vorgehen in der Schule war sehr umsichtig und nach außen unspektakulär. Es wurde die Schulleitung und einige Lehrer informiert, aber es gab keine Verbreitung des „Falls“ in sozialen Netzwerken. „Wir wollen erreichen, dass alle aufmerksam sind, aber wir wollen keine Panik und auch keine Hetzjagd auf auffällige Personen auslösen“, betonte Polizeidirektor Stefan Schillinger. Er lobte die Schüler: „Es hätte was passieren können, aber es hat genau gepasst, wie ihr euch verhalten habt“. Die Polizeibeamten überreichten den beiden umsichtigen Schülern ein Anerkennungsschreiben des Polizeipräsidenten für Niederbayern und einen Buchgutschein.

Große Anerkennung für besonnenes Verhalten zweier Realschüler

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