Neuhauser Neue Presse

Hochwasser 2013
Das Jahrhundert-Hochwasser im Josefshaus

von Moritz Scheibler, Maximilian Sobotta und Michael Huthmann

 

Neuhaus/Inn. Im Juni 2013 versank das Josefshaus im Wasser. Der Höchststand des Inns lag bei 10,80 m, der Normalstand liegt bei etwa 4 Meter. Das Josefshaus war bis in den ersten Stock mit Wasser geflutet. Dort, wo früher die Küche war, sind aktuell zwei Fachräume vorhanden, in denen hauptsächlich Deutsch und Erdkunde bei Herrn Meierhofer und Englisch sowie Geschichte bei Frau Hartmann unterrichtet werden.

Zu dem Thema Hochwasser im Josefshaus interviewten wir unsere Schulleiterin Astrid Schmid. Was waren ihre ersten Gedanken, als feststand, dass ein Hochwasser kommen würde? „Zunächst war mir gar nicht bewusst, dass das Hochwasser so extrem werden würde. Es war der letzte Samstag in den Pfingstferien. An diesem Tag habe ich bereits einige Sachen mit unserem Hausmeister Konrad Obermeier besprochen. Es hat bereits in Strömen geregnet, doch wir haben alle das Beste gehofft, nämlich dass es ähnlich harmlos wie das letzte Hochwasser 2002 bleiben wird.“ Frau Schmid erzählte unserer Gruppe, dass sie am nächsten Tag einen Anruf des Hausmeisters bekam, indem er sagte, dass er bereits Kräfte zum Ausräumen des Josefshauses organisiert hatte. Sie machte sich sofort auf den Weg in die Schule und diesen Augenblick, in dem sie sah, dass so viele Helfer über Bretter in das Haus rannten und alles Wichtige ausgeräumt hatten, wird sie nie vergessen. Die Bänke und Stühle wurden ein Stockwerk nach oben gebracht, die Küche wurde abgebaut, angehoben und auf Tische gestellt, in der Hoffnung, dass das Wasser sie nicht erreichen wird.

Am Montag hatte das Hochwasser den höchsten Punkt erreicht, zu diesem Augenblick konnten wir schon nicht mehr in die Schule und wir beobachteten das Geschehen aus der Ferne. Ab Dienstag konnte man die Schule wieder betreten. Die Schulleiterin bat darum, die Schule zunächst alleine zu betreten, um sich erst einmal selbst ein Bild von dem angerichteten Schaden zu machen. Sie war zunächst geschockt, als sie die verdreckten Böden und die Ausmaße des Hochwassers sah. Zuerst sammelte sie Kräfte und ging anschließend mit den Helfern erneut in das Schulgebäude. „Wir konnten innerhalb weniger Tage die neunten und zehnten Klassen wieder in den Schulalltag hineinbringen, die restlichen Klassen jedoch konnten erst nach einer Woche wieder in die Schule gehen“, erläuterte die Schulleiterin Astrid Schmid.

Der Zusammenhalt der Helfer war gigantisch und so konnten unsere Schüler so schnell wieder unterrichtet werden. Die Reparaturen sind heute - 2017 - noch immer nicht abgeschlossen, doch wir haben jetzt schon mehr als 10 Mio. Euro Sanierungskosten. Dort mit inbegriffen ist der hochwassersichere Neubau des Josefshauses. Das neue Josefshaus ist moderner und größer. Die Räume werden modern gestaltet und mit aktuellen Unterrichtsutensilien ausgestattet.

„Viele öffentliche Organisationen spendeten Geld wie zum Beispiel Sternstunden, Malteser und der Landkreis Passau, aber es haben auch viele Privatpersonen Geld gespendet“, erzählte Astrid Schmid im Verlauf des Interviews.

Positiv aufgenommen wurden die Aktionen der umliegenden Schulen, die sich eine ganze Menge ausgedacht hatten, um Geld für Neuhaus zu sammeln, beispielsweise das Putzen von Schuhen, Benefizkonzerte oder Aktionen bei Schulfesten.

Das „jetzige“ Josefshaus wird nach der Fertigstellung des „neuen“ Josefshauses abgerissen und es wird zu einem großen Aufenthaltsplatz für Schülerinnen und Schüler „umgewandelt“. Es werden voraussichtlich Grünflächen gepflanzt und jede Menge Bänke zum Ausruhen in den Pausen aufgestellt.

Durch den Abriss des „alten“ Josefshauses wird man das Schloss schon von Weitem sehen. Der Anblick wird großartig werden und der neue Pausenhof wird mehr Platz für die Schüler bieten.